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Ätherische Öle - (nicht nur) in der Weihnachtszeit

ätherische Öle Symbolbild

Die Weihnachtszeit lockt mit "himmlischen Düften" - es ist auch die Zeit der ätherischen Öle...

Bei ätherischen Ölen geht es um mehr als um Wohlgerüche und sinnliche Empfindungen, die über unsere Nase aufgenommen werden können. Ätherische Öle sind in vielen Pflanzen enthalten und dienen dort als Hormone, Regulatoren und Katalysatoren. Sie werden in speziellen Drüsenzellen gebildet und sind - dem Äther gleich, deshalb Ätherische Öle" - an der Luft leicht flüchtige ölige Substanzen.

Heute werden weltweit mehr als 300 verschiedene ätherische Öle gewonnen, die ganz unterschiedlich genutzt werden. Seit vielen Jahren gibt es aromatische Essenzen auf dem Markt, mit denen sich eine wohlriechende Atmosphäre in die eigenen vier Wände zaubern lässt. Davon macht mancher – gerade in der Winter- und Weihnachtszeit – oft und gern Gebrauch. Doch ätherische Öle leisten viel mehr:

Verwendung ätherischer Öle

Einer der wichtigsten Aspekte bei der Verwendung von ätherischen Ölen ist die Tatsache, dass diese Öle in großer Effizienz in den Körper hineingelangen und ihn auch wieder verlassen, ohne das Giftstoffe zurückbleiben.

Ätherische Öle haben eine direkte Wirkung und können zur physischen Heilung verwendet werden. Sie wirken auf unsere Zellmembran, modulieren diese und regen dort eine Reihe von Wirkungen an, die sich unterscheiden, je nach dem, um welche Zelle es sich handelt, und wie die Membran aufgebaut ist.

Heute ist bekannt, dass die Inhaltsstoffe nicht nur über Schleimhäute (z.B. Nasenschleimhaut), sondern auch über die Haut oder als orale Einnahme wirksam sind. Die komplexe Zusammensetzung ätherischer Öle, die oft an die hundert Bestandteile enthalten, ist ein Grund für ihre vielfältige Wirksamkeit.

Ätherische Öle

In ätherischen Ölen sind unzählige Wirkstoffe enthalten, die auch gegen Bakterien, Pilze und sogar Viren helfen können.

Ätherische Öle können wie Antibiotika wirken. Anders als bei der Behandlung mit Antibiotika entstehen keine Keimresistenzen, da selbst gleiche Öle in ihrer Zusammensetzung immer etwas unterschiedlich sind.

In der Naturheilkunde werden Duftessenzen als Heilmittel eingesetzt. Dabei geht es nicht nur um wohltuende Gerüche und die Inhalation von Düften wie Eukalyptus bei Erkältungen. Vielmehr sollen die ätherischen Öle auf die Psyche bzw. das Unterbewusstsein wirken. Und so das Gehirn harmonisierend beeinflussen, mithelfen, dass alte "kranke" Regelkreise durchbrochen werden und sich Stoffwechselprozesse und "Energiebahnen" neu ordnen bzw. wiedereinspielen können.

Das Einatmen von Heildüften zur Linderung von Krankheiten war sogar die ursprüngliche Therapieform in der Naturheilkunde. Im Laufe der Zeit wurde das therapeutische Anwendungsgebiet der Aromatherapie mehr und mehr verfeinert.

Grenzen und Gefahren

Der Anwendung ätherischer Öle sind auch Grenzen gesetzt. Fachkundiger Umgang ist mit den meist ätherischen Ölen nötig, denn bei unsachgemäßem Gebrauch kann es durchaus zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Wichtig bei allen therapeutischen Anwendungen ist, dass der Rat von Fachkräften, z.B. von Ihrem Apotheker, eingeholt wird:

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Wirkstoffe, die auf Physis und Psyche wirken. Je nach gesundheitlichem und mentalen Zustand können sie Physis und Psyche mehr oder weniger stark beeinflussen und im ungünstigsten Fall auch beeinträchtigen. Dies kann dann der Fall sein, wenn entweder das "falsche" ätherische Öl ausgesucht wurde, oder wenn ein Anwendungsfehler vorliegt.

Viele Aromastoffe werden vom Laien nach dem Prinzip "Viel hilft viel" zu hoch dosiert. Das Risiko einer unerwünschten Wirkung und allergischen Reaktion ist jedoch höher, wenn ätherische Öle in hohen Konzentrationen oder gar unverdünnt verwendet werden.

Bei Duftlampen wird leider oft Missbrauch getrieben. Sie werden den ganzen Tag brennen gelassen und ätherische Öle in höchster Konzentration eingesetzt. Die erhoffte wohltuende Wirkung bleibt aus, Kopfschmerzen können die Folge sein.

Auch sollten Allergiker Duftstoffe nur zu therapeutischen Zwecken einsetzen, besser auf eine tägliche Dauer-Aromatherapie verzichten.

Darauf ist besonders zu achten

Die Einnahme ätherischer Öle sollte erst nach Empfehlung durch den Apotheker, Arzt oder speziellen Aromatherapeuten erfolgen, die das jeweilige ätherische Öl in allen therapierelevanten und toxikologischen Aspekten genau kennen.

Bei Kindern sollte man mit der Anwendung ätherischer Öle - z.B. bei Erkältungen - sehr vorsichtig sein. Ätherische Öle sind sehr stark konzentriert und können auf zarter Kinderhaut sogar zu Verbrennungen führen. Außerdem können Eltern nur schwer beurteilen, ob die ätherischen Öle und deren Düfte von ihren Kindern als angenehm empfunden werden. Zudem sind Eltern nicht in der Lage zu beurteilen, ob auftretende Hautrötungen nicht auf eine Allergie schließen lassen.

Bei Kleinstkindern sollte eher auf die Verwendung von ätherischen Ölen zur Einreibung verzichtet werden. Dort erzielen sie das Gegenteil von dem, was bei Erwachsenen positiv bewirkt wird - das Abhusten wird nicht erleichtert, sondern gestört.

Säuglinge bis zu einem Jahr sollten möglichst nur in Ausnahmefällen mit ätherischen Ölen behandelt werden. Ihre Haut ist noch sehr durchlässig und empfindlich. Zudem lösen viele ätherische Öle festen Schleim in den Atemwegen. Babys erlernen jedoch erst mit zunehmenden Bewegungen das Abhusten, sodass ein Zuviel an Schleim ernste Atemstörungen hervorrufen kann.

Cineolhaltige Öle wie Eukalyptus, billiges Teebaumöl, Ravensara, Niaouli und sogar das recht milde Cajeput können insbesondere bei nicht erkannten spastischen Atemwegserkrankungen lebensgefährlich werden. Auch bedeuten mentholhaltige ätherische Öle (Pfefferminze, Ackerminze) eine ernste Gefahr für die noch nicht sehr kräftigen Atemwege (Krampfbereitschaft).

Ausnahmen bilden das pflegende und reinigende Rosenöl, sowie bei Milchschorf eine einprozentige Mischung von Sandelholz-Öl und Teebaumöl in Calendula-Öl. Auch eine einprozentige Anti-Blähungs-Mischung mit Anis-, Fenchel-, Koriandersamen- und Kümmel-Öl wird meistens gut vertragen und hat zudem eine stresslösende Wirkung. Im Zweifelsfall sind jedoch die Gabe von Tees oder von homöopathischen Mitteln für die ganz Kleinen eine sanftere Behandlung.

Qualität und Reinheit

Ätherische Öle können aus Pflanzen gewonnen oder chemisch synthetisiert werden. In beiden Fällen sind jeweils enorme Qualitätsunterschiede möglich.

Die Aromatherapie bevorzugt ätherische Öle aus kontrolliert biologischem Anbau, Wildwuchs. oder konventionellem (rückstandsfreiem) Anbau, der besonders für Allergiker geeignet ist. Jede Abweichung von den natürlichen Lebensbedingungen der Pflanze verändert die Zusammensetzung der Duftsubstanz. Für nur ein Kilogramm ätherischen Öls sind häufig Hunderte von Kilogramm des Pflanzenmaterials notwendig. Daher sind echte ätherische Öle nicht nur kostbar, sondern auch teuer.

Die Bezeichnung "echtes ätherisches Öl" bietet keinerlei Reinheits- oder Qualitätsgarantie. Richtig ist dagegen die Angabe "100 Prozent reines ätherisches Öl".

Wichtig ist, dass das Verfahren zur Extraktion schonend ist, um die wertvollen Bestandteile nicht zu zerstören. Allein im Rosenöl sind 400 chemische Verbindungen enthalten. Ätherische Öle müssen sorgfältig und unter Beachtung bestimmter Regeln aufbewahrt werden. Durch den Einfluss von Sauerstoff, Licht und Wärme werden sonst unkontrollierte Oxidationsprozesse in Gang gesetzt, welche die Qualität der Öle mindern. Deshalb ist eine Lagerung in dunklen Flaschen besonders wichtig.

Nur geprüfte, hinsichtlich ihrer Identität bestätigte und 100 Prozent reine ätherische Öle werden zu Heilzwecken verarbeitet. Dies bietet Ihnen höchste Sicherheit und maximalen Heilerfolg! Und was nur Wenige wissen: Auch vor Ort, in Ihrer Apotheke, werden ätherische Öle im Apothekenlabor regelmäßig sorgfältig geprüft, bevor sie weiter verwendet bzw. an Sie verkauft werden.

Quelle: Text: meXXart pohl & veith GbR / Bild: BilderBox.com

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